35. Izola Spring Cup + ILCA 4 Youth European Championship 2024

21.04.2024 | Jugend, Regatten

21Gleich zu Beginn der Osterferien startete ich mit den anderen Berliner ILCA4 Kader-Seglern nach Slowenien. Wir wollten den Izola Spring Cup über Ostern als Training und Vorbereitungsregatta für die EM nutzen. Mit leichten Winden an den ersten beiden Wettfahrttagen fing es für mich mit zwei Top 10 Läufen sehr gut an. Am letzten Regattatag kam es plötzlich heftig mit 20-25kn. In einem gemischten Feld von 93 Startern konnte ich letztendlich einen 21. Platz erkämpfen. Uns allen wurde nach dieser Regatta klar, dass wir bei solchen Winden bei der EM keine Chance gegen die erfahrenen Segler der Mittelmeer- und Atlantik-Länder haben dürften.

Ergebnisse 35. Izola Spring Cup:
21. Julius Mögelin, 23. Johanna Jacobs, 49. Luisa Helene Kloss, 54. Johanna Kugel

Vom 6.-12.4. fand dann in Izola/Slowenien die ILCA 4 Youth European Championship statt. 407 Segler aus 38 verschiedenen Nationen nahmen teil. 148 davon waren U16.
243 Jungs segelten in 4 Fleets, 164 Mädels in 3 Fleets ihre Meisterschaft aus.

Bereits an den Trainingstagen vor der EM konnte man das extreme Leistungsniveau der anderen Nationen bestaunen. Nach 3 Tagen Ausrüstungskontrolle, die alle ohne Beanstandung durchliefen, gab es am 6.4. dann die feierliche Eröffnung. Das deutsche Team bestand aus 26 Seglern (13 Jungs und 13 Mädchen), wovon 8 aus Berlin und 4 von der SGaM kamen.

Insgesamt 12 Wettfahrten (6 Quali, 6 Finals) waren angesetzt. Pro Tag sollten mindestens 2 Läufe gesegelt werden. Jungs und Mädels segelten getrennt.

Tag 1 begann mit einer leichten Brise von 6-8 Knoten. Schon am Start war klar, dass das ne ganz andere Nummer ist, wenn 61 Männer um die beste Position konkurrieren. Als 14 Jähriger gegenüber 18 Jährigen „vollbärtigen Familienvätern“ ist man dann doch ganz schnell demütig. Allerdings muss ich sagen, dass auf der Strecke und an den Tonnen eine extreme Fairness herrschte. Das Feld war so kompakt, dass beim Zieleinlauf die gesamte Flotte innerhalb von 2 min über der Ziellinie war. Ich bin noch nie in so einem krassen Feld gesegelt!

Tag 2 war Flaute und an Tag 3 kamen nur 2 der 4 Männer-Flotten mit einer WF durch.
An Tag 4 kam dann der Wind. Und wie! Nach 2 Stunden Startverschiebung setzte er mit krachenden 20kn ein, die sich dann immer mehr steigerten, dazu kam noch extreme Strömung. Da mein Fleet eine WF weniger hatte, war klar, dass ich als erster rausgehen musste und als letzter reinkommen würde.
Ich weiß nicht, wie ich das überstanden habe. Im Opti war Starkwind meine Spezialdisziplin, aber jetzt im ILCA ging das über mein Limit. Es hieß Kräfte irgendwie einteilen und nicht absaufen. Die 3. Wettfahrt kann ich nur noch als Höllenritt bezeichnen. Auf der letzten Vorwind stand die letzte Halse noch aus und ich habe nur noch gebetet zu überleben. 15 Leute vor mir waren bei dem Manöver gekentert.
Irgendwie habe ich es geschafft. Mein Trainer hat Spitzenwerte von 35kn gemessen!
Damit war die Qualiserie durch und an Tag 5 begannen die Finalläufe.
Ich hatte mir im Vorfeld vorgenommen, 1.Hälfte zu segeln, also ins Silberfleet zu kommen. Das konnte ich bei diesen Bedingungen nicht schaffen.
Die letzten beiden Wettfahrttage endeten dann aber versöhnlich. Bei sehr angenehmen Segelbedingungen konnte ich mich noch auf Platz 8 im Bronzefleet vorkämpfen. Im Gesamtranking macht das Platz 130/243. In der U16-Wertung kam ich auf Platz 36.
Ich bin zufrieden.

Neben der extremen Herausforderung war für mich am schönsten das Zusammentreffen mit so vielen tollen Sportlern aus anderen Ländern. Besondere Beziehungen hatte ich am Ende zu den Österreichern und Briten. Die Abschiedsparty am letzten Abend kann ich aus meiner Sicht nur als sehr gelungen bezeichnen 😉

Julius

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