Das absolute Regatta-Highlight für die Motten ist jedes Jahr die Sommerregatta auf dem Walchensee. Tolle Kulisse, tolles Wasser, ein wahnsinnig engagierter und gastfreundlicher Verein und, bei schönem Wetter, gardaseehafte Thermik, nur ohne Welle. Das Feld ist hochkarätig besetzt und ein guter Querschnitt der deutschen Klasse. Alle zwei Jahre wird die Sommerregatta zur Deutschen Meisterschaft der Int. Moth.
Auch wenn viele Regatten mit Familie im Hintergrund schwer erreichbar sind, diese eine muss sein 😉
Von 33 gemeldeten Booten sind 30 gekommen, das Wetter verspricht traumhaftes Segeln.
Der erste Tag zeigt sich von seiner besten Seite. Eine lehrbuchmäßige Thermik erlaubt 4 spannende Wettfahrten. Dank neuer(er) Folis kann ich nach den letzten Jahren endlich wieder mithalten und bin für meine Platzierungen selbst verantwortlich. Wie viel mehr Spaß es macht, wenn man das Boot nicht quälen muss, um dranzubleiben und die Reserven im Manöver reichen!
Aber leider macht der Klimawandel auch vor dem Wind nicht halt. Ohne die nötige Abkühlung in der Nacht hilft der blaueste Himmel nichts, der Motor beginnt zu stottern… Und so wird es von Tag zu Tag wärmer und flauer. Am Freitag ist es schon anspruchsvoller, das Boot aus dem Wasser zu bekommen. Wer den Anschluss ans Windfeld der anderen verpasst, fliegt schon mal aus dem Zeitlimit. Doch der Abend entschädigt wieder für alles: zum Essen geht es, direkt hinter dem Verein, mit der Gondel rauf zum Herzogstandhaus. Von oben sieht der See fast noch schöner aus, Karwendel und Wetterstein lassen mich kurz an der weiteren Urlaubsplanung zweifeln… Warum wollen wir nochmal weiter fahren? Das letzte Bier gibt es im Sonnenuntergang, mit Blick weit ins Alpenvorland.
Der Samstag fängt mit großem Foil an und endet mit Wing auf dem Motorboot. Die letzte Wettfahrt versinkt leider in bleierner Flaute. Und da die Wettfahrtleitung zu spät abbricht (der erste ist schon im Ziel und hat keine Lust seinen ersten Platz zu gefährden), gibts zum üppigen Grillbuffet spannende Regeldiskussionen, wie man den Konten wohl wieder löst.
Am Sonntag gewinnt die Luftfeuchtigkeit. Es ist schwül, dramatische Wolken fließen auf Augenhöhe über den Kesselberg und erratischer Wind versteckt sich hinter Sprühregenfeldern … wer vorne noch einen Platz abzusichern hat, quält sich aufs Wasser. Der Rest freut sich zusehends über seine „weise“ Entscheidung. Nach einem halben Rennen ist auch draußen Schluss. Mit den Wolken schmilzt der letzte Wind in der Sonne dahin, juhu, nix verpasst!
Platz 19 und viele Zweikämpfe auf Augenhöhe, es hat Spaß gemacht, nächstes Jahr wieder!
1. Platz: Antonin Radue
2. Platz: Fabian Gielen
3. Platz: Kai Adolph
Philipp Müller





